Das Institut wurde 1964 als Stiftung des bürgerlichen Rechts in Hamburg gegründet. Es ist ein Verbund von fünf Instituten:
Dieser Verbund rechtlich selbständiger Institute ermöglicht es, den unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Großregionen gerecht zu werden und ein direkter Ansprechpartner für wissenschaftliche Kooperationen mit Partnern in Übersee zu sein. Seine Aufgabe, die aktuellen ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse in den Ländern Asiens, Afrikas, Latein-Amerikas und des Nahen und Mittleren Ostens zu untersuchen, erfordert die regionale Spezialisierung. Das Deutsche Übersee-Institut nimmt eine einmalige Stellung in der deutschen Forschungslandschaft ein, und Hamburg ist mit seiner Verbindung von Wissenschaft (Universität, HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung) und Praxis (Handelskammer, Ländervereine etc.) ein idealer Standort.
Aufgrund der weltwirtschaftlichen Verflechtungen und der globalen Dimensionen der Umweltprobleme und deren Interferenzen mit den unterschiedlichen regionalen ökonomischen, sozialen und politischen Entwicklungen - das Zusammenwirken von Bevölkerungswachstum, Verelendung, regionalen Kriegen, Naturzerstörung und Migration - haben die Institute ihre Forschungsaktivitäten auf Schwerpunktthemen konzentriert. Damit ist der größte Teil der Einzelprojekte in überregionale bzw. interregionale Entwicklungsperspektiven eingebunden.
Auf diese Weise sind fünf Forschungsbereiche (FB) entstanden:
Die Veröffentlichungen zu diesen Themenkomplexen finden sich insbesondere in der Schriftenreihe des Deutschen Übersee-Instituts Perspektiven einer neuen internationalen Handelspolitik und in der Vierteljahresschrift Nord-Süd-aktuell.
Die Aktualität der Publikationen ist eine besondere Stärke des Institute-Verbunds. Die aktuellen Ergebnisse werden u.a. in Jahrbüchern veröffentlicht - Jahrbuch Dritte Welt, Afrika-Jahrbuch, Nahost-Jahrbuch, Latein-Amerika-Jahrbuch, Asien-Pazifik-Wirtschaftsjahrbuch und Japan-Jahrbuch - und durch drei Informationsdienste verbreitet.
Eine erhebliche Ausweitung, die die Interessen der Adressaten des Deutschen Übersee-Instituts reflektiert, hat in den letzten Jahren der Forschungsbereich Außenwirtschaftsbeziehungen Industrieländer - Dritte Welt erfahren. Im Zentrum stehen dabei die außenwirtschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik und der anderen EU-Staaten zur Dritten Welt, ergänzt neuerdings um die Analyse der außenwirtschaftlichen und außenpolitischen Aktivitäten Japans in seinem regionalen Umfeld, der französischen Afrika-Politik und der Integrationsbestrebungen und -hindernisse zwischen Nord- und Latein-Amerika. Sektoral standen im Mittelpunkt die Investitionsbeziehungen und -bedingungen, die Rechtsstellung deutscher Unternehmer in Nahost, die Investitionsgesetzgebung in Afrika, die Problematik globaler Investitionslenkung und Möglichkeiten, die Entwicklungszusammenarbeit zu effektivieren.
Ein wichtiges neues Thema sind die sozio-kulturellen Hintergrundanalysen der regionalen Entwicklungen, die für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) erstellt werden.
Dieses Thema bietet die Möglichkeit vielfältiger Kooperationen mit den Sozial- und Kulturwissenschaften, die in der Hamburger Universität ein außerordentliches Potential darstellen. Im Hinblick auf die regionalen soziokulturellen Entwicklungen der Übersee-Länder sind hier vorallem die sprach-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen Forschungen und Studien der Seminare für Spache und Kultur Japans, für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients, für Sprache und Kultur Chinas sowie der Institute für Afrikanistik und für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets zu nennen.