II.7.6 HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung-Hamburg Nächster Text Vorheriger Text Inhalt Browser Suchen Hilfe

II.7.6 HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung-Hamburg

Das HWWA ist ein unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut. Als Zentralstelle des Kolonialinstituts in Hamburg 1908 gegründet erhielt es nach dem Ersten Weltkrieg den Namen „Hamburgisches-Welt-Wirtschafts-Archiv“ (HWWA). Seine Aufgaben bestanden zunächst darin, Informationen über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung insbesondere in den überseeischen Ländern für die Wirtschaft, Wissenschaft, Presse und Verwaltung bereitzustellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann das HWWA darüber hinaus auch mit eigener Forschung, die im Laufe der Jahre erheblich ausgeweitet wurde. Heute gehört das HWWA zu den sechs großen wirtschaftswissenschaftlichen Instituten in der Bundesrepublik Deutschland. Seine Forschungs- und Informationstätigkeit dient einer breiten Öffentlichkeit, und es gibt durch seine Arbeit Entscheidungshilfen für Wirtschaft und Politik. Diesen erweiterten Aufgaben entsprechend wurde das Institut 1970 in „HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung“ umbenannt. Als Institut der Blauen Liste wird das HWWA je zur Hälfte durch den Bund und die Länder (1993: je 9 Mio. DM) finanziert.

Die Schwerpunkte der Forschung liegen der Tradition des Instituts entsprechend in der Beschäftigung mit weltwirtschaftlichen Grafik1 Problemen sowie in der Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik und ihrer weltwirtschaftlichen Verflechtungen. Die Bandbreite der Forschungen, die z.T. als Auftragsforschung durchgeführt werden, reicht von der Analyse der Weltkonjunktur, der internationalen Handelspolitik über die Probleme der weltwirtschaftlichen Integration der Entwicklungsländer, der Wirtschaftspolitik der EU-Länder, hin zu den Forschungen zur Wirtschaftsstruktur und Entwicklung in Norddeutschland.

Mit dem Umbruch der weltpolitischen Konstellation 1989 sind die Entwicklungen in den neuen Bundesländern und die Transformationsprozesse der mittel- und osteuropäischen Länder zum Forschungsspektrum des HWWA hinzugekommen. Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums werden die Wettbewerbsentwicklung in den neuen Bundesländern beobachtet sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die ordnungspolitischen Veränderungen in den baltischen Staaten verfolgt.

Ein wichtiges neues Vorhaben zur chinesischen Reformpolitik wird gerade mit dem Institut für Weltwirtschaft und Politik in Bejing begonnen. Diese Kooperation ist nur ein Beispiel einer Vielzahl gemeinsamer Projekte mit anderen internationalen Institutionen.

Diese Forschungsaufgaben werden von sieben Forschungsabteilungen mit je drei bis vier Forschergruppen wahrgenommen. Das Informationszentrum des Instituts mit den Abteilungen Bibliothek, Pressedokumentation und Archive, Beratung und Information dient mit seinen umfangreichen Materialsammlungen und seinen Dienstleistungen nicht nur der Forschungsarbeit des Instituts, sondern steht im Sinne des Grundauftrags des Institutes der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Öffentlichkeitsarbeit des Instituts wird durch die Herausgabe wirtschaftspolitischer Zeitschriften, periodischer Berichte, Pressedokumentationen und das „Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“ geleistet.



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