Projektbeschreibung


Vorbemerkung

Spätestens seit dem Erfolg des Programms „Schulen ans Netz“ wird deutlich, dass technisch begründete Maßnahmen alleine das Ziel einer Nutzung der neuen Medien für innovative Formen der Aus- und Weiterbildung nur partiell erreichen. Die für die Ausbildung Verantwortlichen beklagen mit Recht, dass die Qualität und Struktur der im Internet zugänglichen Materialien und damit deren Eignung für die Ausbildung in keiner Weise Schritt halten mit den technisch nahezu unbegrenzten, jedoch unfokussierten Möglichkeiten des Materialzugangs mittels Internet.

Der „Hamburger Medienindex“ ist ein interdisziplinäres und interinstitutionelles Projekt, welches diese Problematik im Sinne einer Initiative „Inhalte ins Netz“ angeht und dabei auf drei Hamburger Säulen aufbaut:

1. nachgewiesene Bedarfe von Hamburger Schulen und verwandten Nutzergruppen,

2. vorliegende Inhalte und Ressourcen des Hamburger Medienzentrums und weiterer Quellen,

3. verfügbare Entwicklungen und Erfahrungen aus IuK-Projekten Hamburger Hochschulen.

Der „Hamburger Medienindex“ wird initiiert von der „Warburg Electronic Library“, einem interdisziplinären Hamburger Gemeinschaftsprojekt der Universität Hamburg, Arbeitsstelle Politische Ikonographie des Kunstgeschichtlichen Seminars, und der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Arbeitsbereich Softwaresysteme, Forschungsschwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnik.

Projektziele

Im Fokus des Projekts Hamburger Medienindex (HMI) stehen drei Ziele:

1. die konkrete Unterstützung bzw. Erarbeitung von Lehr- und Unterrichtseinheiten, welche wesentlich auf die Sichtung, Vermittlung und Bearbeitung umfangreicher multimedialer Inhalte angewiesen sind;

2. die generelle Vermittlung und der Erwerb derjenigen Kompetenz, die zu konstruktiven Arbeits- und Lernprozessen über multimediale Inhalte im Rahmen selbständiger Projekte qualifiziert;

3. der Nachweis, dass die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojekts Warburg Electronic Library (WEL) systematisch und auf verbreiteter Basis didaktisch abgesichert für den Einsatz in Lehre und Unterricht sowie für eine autonome, zielgerichtete Recherche im Netz geeignet sind.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung multimedialer Inhalte und der globalen Verfügbarkeit umfassender digitaler Informationen und Dienste im Internet wächst der Bedarf an Kompetenz zur werkzeugunterstützten Konstruktion, Erschließung und Nutzung derartiger digitaler Angebote sprunghaft – und dies quer über alle Wissens- und Wirtschaftsbereiche, nicht nur in den technischen Disziplinen.

In zunehmendem Maße werden derartige digitale Inhalte und Dienste, bestehend aus Text-, Bild-, Graphik- und Programmelementen, auch Ton- und Sprachsequenzen sowie Video-Clips, durch geeignete instrumentierte multimediale Informationssysteme im Internet – oft auch als digitale Bibliotheken bezeichnet - organisiert und bereitgestellt. Ähnlich wie traditionelle Bibliotheken auch ermöglichen und unterstützen digitale Bibliotheken mehrwertbildende Prozesse, welche - von bestehenden inhaltlichen Komponenten ausgehend - diese gezielt auswählen, erweitern, annotieren, generalisieren, sie verknüpfen, in neue Kontexte einbringen etc. mit dem Ziel, neue Inhalte zu erzeugen, welche gegenüber dem Ausgangsmaterial einen Mehrwert darstellen, der letztlich durch geeignete Formen der Präsentation oder Veröffentlichung umgesetzt werden kann.

Durch das Programm „Schulen ans Netz“ sind die technischen Voraussetzungen für den Einbezug des Internets in den Unterrichtsbetrieb geschaffen worden. Es bedarf jedoch weiterer Anstrengungen im Sinne einer Initiative „Inhalte ins Netz“, um die digitalen Multimediaangebote sinnvoll zu strukturieren, didaktisch zu entwickeln und die generelle Kompetenz im autonomen, projektorientierten Umgang mit ihnen zu stärken.

Im Rahmen des Projekts "Lernen mit neuen Medien" wird damit die inhaltliche Auseinandersetzung mit Netzangeboten und die kreative Gestaltung von eigenen multimedialen Anwendungen durch Schüler und Schülerinnen gefördert. Die Erfahrungen des Projekts Hamburger Medienindex sollen durch entsprechende Lehrerfortbildungsmaßnahmen und durch Angebote über den Hamburger Bildungsserver verbreitet werden.

 

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© STS und Warburg-Haus Hamburg 2002