Vorbilder des Studiolo




Die Entwicklung des Studiolo

Der Raumtyp des Studiolo ist eine Erscheinung, die um 1450 neu auftrat. Sie hängt eng mit dem humanistischen Idealbild des gelehrten Herrschers, der sich Waffenhandwerk und Wissenschaft gleichermaßen widmet, zusammen. Dieses Studierzimmer zeichnete sich vor allem durch seine trompe l'oeil Intarsien und durch Gelehrtenporträts aus.
Isabella d'Este war 1491 die erste Frau, die sich ein Studiolo einrichten ließ. In ihren camerini nimmt sie charakteristische Gestaltungselemente des urbiner Vorbildes auf. So findet sich die zweiteilige Wandgliederung, bestehend aus einem Bildprogramm über einer holzgetäfelten Zone im Studiolo wieder. Auch die Intarsienpanele finden sich in Mantua wieder, allerdings im anderen camerino, der Grotta, wo sie als Schranktüren dienen .


 

Vorbilder in der Motivauswahl

Als direktes Vorbild diente für Isabella d'Estes Studiolo wahrscheinlich das Studiolo ihres Onkels Lionello d'Este in der Villa di Belfiore. Er lißß sein Studierzimmer der antiken Forderung Ciceros “Nicht Bacchus, Mars oder Saturn sollten dargestellt werden, sondern die Musen und Merkur, ebenso Minerva und Herakles” entsprechend mit einem Zyklus von Musendarstellungen von Cosimo Tura ausstatten. Allerdings wird im Vergleich der Bildzyklen deutlich, daß es sich in Belfiore eher um Dekoration handelt, als um ein ausgefeiltes, mythologisch fundiertes Bildprogramm, wie das im Studiolo in Mantua der Fall ist.