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Glossar

In diesem Teil werden einige der gebräuchlichsten Begriffe erklärt, die im Rahmen dieser Einführung häufig benutzt werden. Außerdem werden hier Begriffe erläutert, die in der Dokumentation von SAP auftauchen und dort nicht oder nur unzureichend erklärt werden. Auch auf Widersprüche in Begriffsdefinitionen, die der Dokumentation entnommen wurden, wird hingewiesen. Begriffe aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich werden hier nur, soweit es für die im Rahmen dieser Einführung berührten Themen notwendig ist, behandelt.

 
ABAP/4
Dies ist die Programmiersprache, die von SAP in ihrer eigenen Entwicklungsumgebung bereitgestellt wird. Alle Hauptanwendungen sind in ABAP/4 (Advanced Business Application Programming) geschrieben. Nach Angaben von SAP handelt es sich um eine Programmiersprache der 4.Generation. Sie kann ihre Abstammung von Cobol allerdings nicht verbergen. Ein großer Vorteil von ABAP/4 ist die Portabilität. Jedes in dieser Programmiersprache geschriebene Programm läßt sich ohne Änderungen auf einem anderen SAP-System ausführen, auch wenn dies auf einer anderen Hardware-Plattform läuft.

 

Ablauflogik
In der Ablauflogik eines Dynpros werden die Module festgelegt, die zu bestimmten Ereignissen aufgerufen werden sollen. Hauptsächlich handelt es sich um die Ereignisse Process after input PAI und Process before output PBO.

 

CUA-Painter
S. Oberflächenpflege

 

Customizing
Unter Customizing versteht man das Anpassen des SAP-Systems an die eigenen betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse. Es muß für jede Hauptanwendung durchgeführt werden.

 

Data Dictionary
Das Data Dictionary enthält die Definitionen von Tabellen, Datenelementen, Domänen, Views, Strukturen, Sperrobjekten und Matchcodeobjekten. Es dient damit als Grundlage der Programmentwicklung.

 

Datenelement
Das Datenelement legt die semantischen Eigenschaften eines Tabellenfeldes fest. Mehrere Felder können sich dabei auf das gleiche Datenelement beziehen. Jedem Datenelement sind technische Eigenschaften in Form einer Domäne zugeordnet. Bevor ein Datenelement benutzt werden kann, muß es im Data Dictionary aktiviert werden.

 

Dialogbaustein
Ein Dialogbaustein ist ähnlich wie ein Funktionsbaustein, nur daß er in einem eigenen Rollbereich abläuft und damit auch für längere Dialoge geeignet ist.

 

Domäne
Die Domäne gibt die technischen Eigenschaften eines Tabellenfeldes an. Sie spezifiziert den Datentyp und evtl. die Länge des Feldes. Über eine Wertetabelle oder über Festwerte kann der Wertevorrat angegeben werden.

 

Dynamisches Menu
Über das dynamische Menu, welches z. B. in der obersten Menuhierarchie verfügbar ist (direkt nach dem Einloggen sichtbar), können bestimmte Transaktionen gesucht werden. Dazu wird nach dem eingegebenen Text im Erläuterungstext der Transaktion gesucht und alle entsprechenden Transaktionscodes zusammen mit dem Kommentar ausgegeben.

 

Dynpro

Ist die Abkürzung für dynamisches Programm. Ein Dynpro besteht dabei aus einer Bildschirmmaske, die Eingabefelder, Ankreuzfelder usw. enthalten kann, und aus ausgezeichneten Modulen, die jeweils vor (PBO) und nach (PAI) der Verarbeitung der Bildschirmmaske aufgerufen werden. Die Verarbeitung der Bildschirmmaske selbst geschieht im Dynpro-Prozessor.

 

Funktionsbaustein
Ist eine Sammlung von Unterprogrammen mit klar definierter Schnittstelle. Funktionsbausteine sind wiederum in Funktionsgruppen zusammengefaßt, die einem Programm entsprechen.

 

Hauptanwendung
Das SAP R/3 System ist in Hauptkomponenten und diese wiederum in Hauptanwendungen unterteilt. Hierzu gehören Anlagenwirtschaft (AM), Qualitätssicherung (QA) usw. Obwohl diese Hauptanwendungen eng miteinander verknüpft sind und oftmals auch nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können, spricht man auch von Modulen.

 

Hauptkomponente
Die SAP R/3 Software gliedert sich in unterschiedliche Hauptkomponenten. Es existieren standardmäßig die Komponenten Rechnungswesen, Projektsystem (PS), Logistik, Personalwirtschaft (HR), Office & Kommmunikation (OC) und Branchenlösungen (IS). Diese Hauptkomponenten können wiederum in Hauptanwendungen unterteilt sein. Z. B. beinhaltet das Rechnungswesen die Hauptanwendungen Finanzwesen (FI), Controlling (CO) und Anlagenwirtschaft (AM).

 

Interne Tabelle
Eine interne Tabelle wird zur Laufzeit angelegt. Ihr entspricht keine physikalische Tabelle auf der Datenbank, sondern sie befindet sich je nach Größe und Vorhandensein anderer interner Tabellen und Datenstrukturen im Roll- oder Pagingbereich.

 

Kommandobereich
Im Kommandobereich können Transaktionen über ihren Transaktionscode aufgerufen werden.

 

Mandant
Ein Mandant in SAP-Terminologie ist eine Gruppierung von rechtlichen, organisatorischen, administrativen und/oder betriebswirtschaftlichen Einheiten mit einem gemeinsamen Zweck. In der Praxis wird als Mandant meist ein Konzern modelliert, der wiederum aus wirtschaftlich selbstständigen Einheiten bestehen kann.

 

Menu-Painter
S. Oberflächenpflege

 

Modulpool
Ein Modulpool ist ein Programm, daß die Module eines oder mehrerer Dynpros aufnimmt.

 

Modus
Instanz eines SAP-Frontends. Es erbt alle Einstellungen bzgl. Benutzername, -kennwort und Mandant vom ursprünglichen Fenster.

 

Oberflächenpflege
Mit dieser Komponente der ABAP/4-Entwicklungsumgebung kann man eigene Oberflächen gestalten. Unter Oberfläche versteht man die Menus mit ihren Einträgen und die Belegung der Druck- und Symboltasten. Der Menu-Painter wird auch mit den Namen CUA-Painter oder Oberflächenpflege belegt.

 

Process After Input
Dieses von dem Dynpro-Prozessor ausgelöste Ereignis tritt dann ein, wenn der Benutzer die Eingabe in der momentanen Bildschirmmaske abgeschlossen hat. In der Ablauflogik zu einem Dynpro sind unter diesem Ereignis alle aufzurufenden Module aufgeführt. Zum Ereignis PAI ist die Bildschirmmaske weiterhin sichtbar, so daß z.B. bei fehlerhaft eingegebenen Werten die entsprechenden Felder wieder eingabebereit angezeigt werden können.

 

Process Before Output
Dieses Ereignis wird vom Dynpro-Prozessor unmittelbar, bevor die Bildschirmmaske angezeigt wird, ausgelöst.

 

Pool-Tabelle
Ein Pool-Tabelle wird wie eine Transparente Tabelle gemäß ihrer Struktur auf der Datenbank abgelegt. Der Unterschied besteht darin, daß mehrere Tabellen gleichen Aufbaus in einer einzigen Tabelle, dem Tabellen-Pool, zusammengefaßt sind. Die Anzahl der insgesamt im Datenbanksystem anzulegenden Tabellen reduziert sich damit, was besonders dann sinnvoll ist, wenn viele kleine Tabellen existieren.

 

Prüftabelle
Die Prüftabelle ist die Tabelle, auf die sich bei einer Fremdschlüsselbeziehung das Fremdschlüsselfeld bezieht, gegen die eine Prüfung vorgenommen wird.

 

Repository
Das Repository des R/3-Systems ist die Komponente, die sowohl das Data Dictionary als auch alle weiteren Objekte des Systems speichert, wie z.B.\ Programme, Dynpros, Hilfetexte usw. Die Daten des Repository sind mandantenübergreifend sichtbar.

 

SAP
Das Unternehmen SAP wurde am 1. April 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet. Über die Bedeutung, die sich hinter SAP verbirgt, gibt es unterschiedliche Angaben. Nicht scherzhaft gemeinte sind Systeme Anwendungen Produkte, Systemanalyse und Programmentwicklung und Software and Application Programming. Nähere Informationen zum Unternehmen und seiner Erfolgsgeschichte können u. a. auf dem firmeneigenen Web-Server (http://www.sap-ag.de) abgerufen werden.

 

SAP-Transaktion
s. Transaktion

 

Transaktion
Dieser Begriff, manchmal auch SAP-Transaktion genannt, unterscheidet sich grundlegend von dem Begriff Transaktion, wie er im Zusammenhang mit Datenbanken Verwendung findet. Er bezeichnet im SAP-Kontext eine vom Benutzer über einen vierstelligen Namen, den Transaktionscode, aufrufbare Funktion. Z. B. sind alle über Menus aufrufbaren Funktionen, wie die Tabellenpflege o.ä., Transaktionen, die über den entsprechenden Transaktionscode aufgerufen werden können.

Transaktionen können über das dynamische Menu gesucht werden.

 

Transaktionscode
Der Transaktionscode ist der Name einer Transaktion. Er ist vierstellig, bestehend aus einem Buchstaben, optional gefolgt von weiteren Buchstaben oder Ziffern. Der Transaktionscode der gerade laufenden Transaktion kann über System->Status abgefragt werden.

 

Transparente Tabelle
Im Gegensatz zur Internen Tabelle wird für diese Tabelle eine physikalische Tabelle auf der Datenbank angelegt. Ihr Name entspricht dem im Data Dictionary angegebenen. Sie mit den Werkzeugen des relationalen Datenbanksystems bearbeitet werden.

 

Wertetabelle
Die Wertetabelle ist die Tabelle, die den Wertevorrat einer Domäne angibt. Bei einer Fremdschlüsselbeziehung ist die Wertetabelle aus der Sicht der Fremdschlüsseltabelle die Prüftabelle. Aus der Sicht der Prüftabelle ist es die Prüftabelle selbst, auf die sich die Domäne bezieht.


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Christian Koch
Fri Apr 19 09:04:09 EDT 1996