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Relationales Datenmodell der SAP

SAP benutzt im Hinblick auf das verwendete relationale Datenmodell andere als die sonst üblichen Bezeichnungen (s. Tabelle 2.1).

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Abbildung 2.1: Von SAP benutzte Begriffe im Zusammenhang mit dem Relationalen Datenmodell

Außerdem führt SAP einige Erweiterungen des relationalen Modells ein, die im folgenden erläutert werden sollen. Im relationalen Datenmodell werden Felder zu Zeilen aggregiert und diese wiederum in Tabellen zusammengefaßt (im folgenden werden die SAP-Begriffe benutzt). Alle Zeilen haben dabei die gleiche Struktur.

Die in einem Feld möglichen Werte werden durch Domänen beschrieben, z. B. kann ein Feld Alter Werte im Bereich von 0 bis 100 annehmen. Der Wertebereich ist damit eine Einschränkung der Menge der ganzen Zahlen. Bei diesem beschränkten Wertebereich handelt es sich um die Domäne des Feldes Alter. Im relationalen Modell der SAP ist das Konzept der Domänen erweitert worden (s. a. Abbildung 2.2). Es wird hier ein zweistufiges Verfahren verwendet, in dem die technischen Eigenschaften eines Feldes einerseits und die semantischen Eigenschaften andererseits getrennt voneinander beschrieben werden. Die technischen Eigenschaften eines Feldes werden dabei als Domäne und die semantischen als Datenelement bezeichnet. Der Vorteil dieser Aufteilung ist in den verbesserten Modellierungsmöglichkeiten zu sehen. Z. B. könnte zu dem oben eingeführten Feld Alter, was das Alter von zu verwaltenden Personen beschreibt, ein weiteres Feld StudentenAlter betrachtet werden, das ebenfalls ein Alter beschreibt, also dieselben technischen Eigenschaften und somit die gleiche Domäne besitzt. Beide Felder haben aber eine unterschiedliche Semantik, gehören also unterschiedlichen Datenelementen an.

Jedes Feld einer Tabelle muß sich auf ein Datenelement beziehen. Unterschiedliche Felder können dem gleichen Datenelement angehören, sofern dies modellierungstechnisch einen Sinn ergibt. Jedes Datenelement wiederum bezieht sich auf eine Domäne, wobei auch unterschiedliche Datenelemente dieselbe Domäne referenzieren können. Einem Feld werden die technischen Eigenschaften also nur indirekt durch die dem Datenelement zugeordnete Domäne zugeschrieben.

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Abbildung: Beziehung zwischen Tabellen, Feldern, Datenelementen und Domänen

Beziehungen zwischen zwei Tabellen werden im relationalen Datenmodell durch Fremdschlüsselbeziehungen ausgedrückt. Dabei enthält eine Tabelle, die Fremdschlüsseltabelle, Felder, deren Inhalt Werte von Schlüsselfeldern einer anderen Tabelle, der Prüftabelle, sind.

Auch im Bereich der Fremdschlüsselbeziehungen zweier Tabellen wird im R/3-System ein erweitertes Modell angewendet. Es werden zwei unterschiedliche Arten von Fremdschlüsselbeziehungen unterstützt:

Dynprofremdschlüssel
In diesem Fall wird die Fremdschlüsselbeziehung nur dazu benutzt, um bei der Eingabe von Daten in einem Dynpro eine Prüfung der entsprechenden Felder vorzunehmen.

Semantischer Fremdschlüssel
Dies entspricht der Fremdschlüsseldefinition, wie sie aus dem relationalen Modell bekannt ist. Die weiteren Betrachtungen beziehen sich, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, auf semantische Fremdschlüsselbeziehungen.

Zusätzlich zu den üblichen 1:n und n:m-Beziehungen können 1:cn und 1:c-Beziehungen angelegt werden. Die 1:cn-Beziehung sagt aus, daß sich jeder Satz der Fremdschlüsseltabelle auf beliebig viele Sätze (also auch null) der Prüftabelle beziehen kann. Analog bedeutet eine 1:c-Beziehung, daß ein Datensatz der Fremdschlüsseltabelle sich auf höchstens einen Satz der Prüftabelle beziehen darf. Hier kann auch kein Satz referenziert werden.

Neben der im vorigen Absatz beschriebenen Kardinalität ist eine Fremdschlüsselbeziehung gekennzeichnet durch den Abhängigkeitsgrad, der angibt, auf welche Art die Fremdschlüsseltabelle von der Prüftabelle abhängig ist. Es gibt die folgenden Abhängigkeitsgrade, die im Abschnitt  2.5 näher erläutert werden:


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Christian Koch
Fri Apr 19 09:04:09 EDT 1996